ArchiveJanuar 2011

2011: Jahr der Frauen

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Das Jahr 2011 bringt ein geschichtsträchtiges Jubiläum mit sich: 100 Jahre Internationaler Frauentag. Am 8. März wird er in diesem Jahr bereits zum 100. Mal begangen. In Wien wird allerdings am 19. März gefeiert, die erste Frauendemonstration fand hierzulande nämlich am 19. März 1911 auf der Ringstraße statt. (Mehr zur Geschichte des Internationalen Frauentags könnt ihr hier nachlesen)

Zu diesem Anlass haben sich in Österreich engagierte Frauen formiert und großartige Initiativen ins Leben gerufen. Die Plattform „AUS! 20.000 Frauen“ ruft etwa zu einer großen Frauenrechts-Demo am 19. März in Wien auf. Auf der Website werden außerdem Forderungen von Organisationen und auch Einzelpersonen gesammelt, jede_r ist eingeladen, die drei wichtigsten frauenpolitischen Forderungen an die Redaktion zu schicken. „Durch die Demonstration soll der Vielfalt und der Wichtigkeit feministischer Zugänge und Forderungen, die immer noch nicht umgesetzt sind, eine Stimme gegeben werden. Ziel ist es, das Trennende hintan zu stellen und möglichst zahlreich sichtbar zu werden, ohne Differenzen und Vielfalt zu leugnen“, ist auf der Website zu lesen. Updates der Initiative gibt es außerdem auf Facebook.

Den Weg der Demonstration am 19. März wollen – wie schon in einem anderen Blogbeitrag erwähnt – die Strickistinnen einstricken. Bis spätestens 15. Februar könnt ihr euch noch bei den Guerilla-Knitting Frauen melden.

Auch kulturell gesehen dürfte 2011 ein äußerst aufregendes Jahr werden – dafür werden die Organisatorinnen von „femous“ (=female+famous) sorgen. Anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums haben sie das femous-Jahr ausgerufen. Von März bis September 2011 wird es in Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen 100 Veranstaltungen mit Künstlerinnen in ganz Österreich geben: „femous zeigt, dass herausragende Frauen längst keine Ausnahme mehr sind. femous steht – als sofort wiedererkennbares Qualitätssiegel – für herausragendes weibliches Schaffen“, ist in der Presseinfo zu lesen. Mehr Infos findet ihr auf dem dazugehörigen Blog und auf Facebook, eine eigene Website wird noch im Jänner entstehen.

Gewalt-Ballade

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Zugegeben, was (MTV-) Popmusik betrifft, bin ich nicht gerade auf dem neuesten Stand. Deshalb kannte ich auch bis vor einigen Wochen den Gassenhauer „Love the Way You Lie“ von Eminem und Rihanna nicht. Untergekommen ist mir der Song schließlich auf Youtube, wo er seit der Veröffentlichung im vergangenen August unglaubliche 250 Millionen Mal aufgerufen wurde.

Welche Geschichte in dieser „Rap-Ballade“ (wie nennt man denn so ein Werk, Musikjournalist_innen, bitte weiterhelfen!) erzählt wird, ist mir erst beim zweiten Mal Hören aufgefallen. Angeblich ist es die Geschichte einer schwierigen Beziehung, einer „Hassliebe“. „The rapper wrote his new single with featured singer Rihanna in mind, and he chillingly alludes to her troubled relationship history in his rhymes“, schreibt Billboard.com. „Her troubled relationship“ ist vermutlich den meisten von euch aus den Medien bekannt: Ihr Exfreund Chris Brown verprügelte die Sängerin mehrfach, bis er schließlich vor Gericht landete.

Die Aufarbeitung einer gewaltätigen Beziehung kommt in „Love the Way You Lie“ jedoch äußerst zweifelhaft daher.
„All I know is
I love you too much
To walk away though
Come inside
Pick up your bags off the sidewalk
Don’t you hear sincerity
In my voice when I talk
Told you this is my fault
Look me in the eyeball
Next time I’m pissed
I’ll aim my fist
At the dry wall“,
rappt Eminem reuemütig, während im Video ein junges Paar gezeigt wird, dessen Streit in körperlicher Gewalt endet:

Doch schon in der nächsten Szene liegen sich die beiden wieder in den Armen, trotz aller Probleme können sie nicht voneinander lassen. „True love hurts“, lautet hier die Botschaft, kritisieren amerikanische Blogger-Kolleginnen. Verstärkt wird dies durch Rihannas Part, sie singt im Refrain:
Just gonna stand there
And watch me burn
But that’s alright
Because I like
The way it hurts
Just gonna stand there
And hear me cry
But that’s alright
Because I love
The way you lie
I love the way you lie.“


Nun gut, das Ganze könnte man auch als selbstkritische Aufarbeitung mit Bezug zur Realität einstufen – auch Rihanna kehrte zu ihrem gewalttätigen Freund zurück, bevor sie sich endgültig von ihm trennte. Der Song endet jedoch mit folgender Pointe:
„If she ever tries to fucking leave again
I’mma tie her to the bed
And set the house on fire.“
Somit wird auch klar, warum Rihanna im Video vor einem brennenden Haus steht – der Bezug zum realen Leben fällt hier jedoch zu grausam aus, immerhin passiert es tatsächlich immer wieder, dass Ehemänner das Haus ihrer Familie oder gar ihre Frau anzünden, etwa weil diese sie verlassen wollte (Berichte z.B. hier und hier). Insofern wird Rihannas Refrain dann doch irgendwie brutal zynisch und der Song zur Gewalt-Ballade. Oder verstehe ich da etwas falsch? „Ultimately, the song was something Rihanna felt was in line with her past relationship. ‚The lyrics were so deep, so beautiful and intense. It’s something that I understood, something I connected with“, sagt Rihanna.

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